Als das Beben einsetzte, rannte mein Vater auf die Strasse und weiter zur Wohnung, wo er seinen Sohn vermutete. Durch das Erdbeben war auch der Strom ausgefallen und alles war stockdunkel. Dadurch konnte er nicht erkennen, ob mein Bruder Zuhause war oder nicht. Er hat ihn mehrmals gerufen, aber keiner antwortete. In Panik lief er auf die Strasse und sah viele verzweifelte Menschen. Er ging wieder zurück zur Wohnung, aber die Tür hatte sich so verklemmt, dass er sie alleine nicht mehr öffnen konnte. Hoffend und bangend machte er sich auf den einstündigen Fussmarsch zu meiner Schwester am Stadtrand. Dort konnte er meinen kleinen Bruder erleichtert in seine Arme schliessen. Es sollte noch fast 24 Stunden dauern, bis alle Familienmitglieder gefunden wurden. Die Freude und Dankbarkeit darüber war riesengross, doch jetzt begann die schwere Zeit des Weiterlebens von 26 Personen, deren Wohnungen unbewohnbar geworden waren, auf Ca. 15 qm zum Schlafen auf dem Fussboden in einem ehemaligen Verkaufsraum ohne Wasser, Strom und Lebensmittel.
Das Erdbeben in Pisco und die vielen kleinen Wunder in der Gemeinde „Getsemani“
Noch ist kein Jahr vergangen, seit ich vielen Mitgliedern von Jakobus über die „Getsemani“- Gemeinde in Pisco Peru, in der mein Vater Pastor ist, berichtet habe. Von den grosszügigen Spenden konnte vielen Kindern aus dem Armenviertel eine Weihnachtsfreude bereitet werden.
Am 15. August 2007 gegen halb sieben abends Ortszeit erlebt Pisco - und damit die Kirchengemeinde „Getsemani“ - eines der schwersten Erdbeben in der Geschichte des Landes. Nach etwa zwei Minuten Beben war die Stadt Pisco zu etwa 70% zerstört und etwa 500 Menschen verloren in den Trümmern ihr Leben.
Obwohl meine Eltern und einige Geschwister mit ihren Familien in der Stadtmitte wohnen, wurde niemand verletzt. Zufällig – oder nennen wir es ruhig eine Fügung Gottes – war kein Familienmitglied in der Wohnung. Meine Mutter, die normalerweise um diese Zeit mit den Kindern Zuhause ist, war auf einer Konferenz in einer kleinen Stadt sehr weit im Süden von Peru. Mein Vater nahm an einer Pastorenkonferenz im Zentrum von Pisco teil. Mein kleiner Bruder (10 Jahre alt) sollte auf Anordnung meines Vaters Zuhause die Hausaufgaben machen. Als seine grössere Schwester Raquel die Wohnung verlassen wollte, drängelte er so lange, bis sie ihn zu ihrer Schwester am Stadtrand mitnahm. Alle anderen waren noch bei der Arbeit.
Mein Vater ist davon überzeugt, dass Gott immer bei uns ist, wie es in Josua 1,5 steht: „Ich will dich nicht verlassen, noch von dir weichen.“ Auch die anderen Mitglieder der „Getsemani“-Gemeinde standen unter seinem Schutz und blieben unverletzt. Die Kirche allerdings ist zerstört.
Jerusa Wöhlecke
Wenn Sie helfen wollen, die Not in der Getsemani-Gemeinde zu lindern, können Sie etwas auf das Konto der Jakobusgemeinde (Stichwort Jakobusgemeinde/Pisco) überweisen oder im Gemeindebüro abgeben.
Hier ist die Bankverbindung der Jakobuskirche in Osnabrück für die Spenden nach Pisco:
Ev.-luth. Gesamtverband
Kto.-Nr. 14555, Sparkasse Osnabrück
BLZ 26550105
Verw.-Zweck: Jakobusgemeinde/Pisco
Reportaje: Jornada de apoyo a nombre de la Red




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